Liedgut - Was steht dahinter?

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„Für mich ist das so eine perfekte Mischung von dem, was ich Gott sagen will und wofür mir selber oft die Worte fehlen. Und ich liebe es, dass ich alles mitsingen kann, egal wie ich mich gerade fühle und nicht Textpassagen auslassen muss, weil es gelogen wäre (so geht es mir manchmal bei anderen Lobpreisliedern). Also was ich damit sagen will: vielen Dank und auf hoffentlich noch viel mehr davon.“
(Feedback zur EP)

Gesungenes Gebet - Worum gehts dabei?

Mit der Liedgut-Reihe wollen wir als SPARK helfen, einen Raum für persönliche Zeiten, als auch für Gruppen zu kreieren, der der Begegnung mit Gott dient. Gebet ist Kommunikation mit Gott. Das kann sehr unterschiedlich aussehen und soll es auch. Und dennoch eignet sich das Lied immer wieder als eine Form, die hilft auszudrücken, was ich nicht in Worte zu fassen vermag oder eben auch gemeinschaftlich Anliegen mit und vor Gott zu prozessieren.
Daher war klar, dass die CDs eine inhaltliche Dynamik haben sollen, die verschiedene inhaltliche Schwerpunkte aufgreifen, so wie wir es auch in den Psalmen schon finden können – macht eben einfach auch Sinn.

Lob

Kern der Anbetung ist für mich die Erkenntnis, dass Gott Gott ist und ich eben nicht. Und in diese Tatsache ordne ich mich ein, ordne ich mein Leben, mein Denken, Fühlen, Wollen und Handeln unter. Wenn ich also Gott begegne, hilft es mir, den Blick zunächst auf Gottes Wesen zu richten. Dabei ist erst mal unwichtig, ob Gott gut oder böse ist. Paulo Coelho fasst es in seinem Buch Der fünfte Berg schön zusammen: "Gott ist allmächtig. Er kann alles, und nichts ist ihm verboten, denn wäre es anders, gäbe es jemanden, der mächtiger und größer wäre als Er, um ihn gewisse Dinge nicht tun zu lassen. In diesem Fall würde ich diesen mächtigeren Jemand anbeten und verehren."
Der Song Du bist der du bist richtet ehrlich fragend den Blick auf Gott, der sich als der „Ich bin“ vorstellt und nimmt uns dennoch gleich hinein in die Sehnsucht, diesen „Ich bin“ mehr kennenzulernen, von ihm zu lernen und zu verstehen, was er mit der Welt vorhat und Teil davon zu sein.
Du bist gut schließt daran an. Dabei ist es aber dem Beter überlassen, wie er „gut“ definiert. Der Text beschreibt das Handeln Gottes an mir und nimmt schon in den Blick, was das mit mir macht. Der Blick auf Gott verändert den Blick auf mich und meine Situation.

Begegnung

Und dann nehm ich Gott mit hinein, in das, was mich bewegt, wage es, ihm ehrlich begegnen zu wollen und bin bereit, die Veränderung anzunehmen, die daraus entstehen kann. Dir sei alle Ehre ist ein unheimlich starkes Lied. Ich liebe es, dass es eben mein ganzheitliches Sein, nicht nur mein Tun aufgreift. Hier haben wir uns am Ende des Liedes bewusst noch für eine „Wir-Variante“ entschieden. Denn obwohl ich es will, fällt es mir manchmal schwer, vor Gott zu treten, ihm mein Herz hinzuhalten und eben genau ihm seine Allmächtigkeit zu überlassen. Ein gesungenes „Wir“ lässt mich dann aber Teil einer Gemeinschaft werden, die dieses Gefühl kennt, die aber auch für mich einsteht, von der ich Teil bin und die meine Anliegen trägt, wenn ich sie selbst nicht mehr halten kann. Wir-Lieder gibt es aktuell erstaunlich wenige. Und dann liegt ein tiefer Schatz darin, wenn ich in der Begegnung mit Gott neu begreifen kann, dass ich nichts tun, sondern sein kann. Sei still lädt mein Herz dazu ein, sich in diese Wahrheit fallen zu lassen.

Sendung

Wenn mein Innerstes vor Gott eine andere Ordnung bekommen hat, geht’s weiter: Hallo Leben! Hier waren wir überrascht, wie wenig aktuelle und ehrliche Sendungslieder es in der Liedlandschaft unserer Gruppen und Kontexte gibt. Woran liegt das eigentlich? Also griffen wir zurück auf die guten alten Weisheiten derer, die ihre Geschichten mit Gott bereits geschrieben haben und die uns inspirieren. St. Francis und Mutter Teresa drücken aus, was wir sein wollen. Aktiver Teil an Gottes Handeln in dieser Welt.

Neben der inhaltlichen Ausrichtung gibt es noch ein paar andere Kriterien, die uns für die Auswahl der Liedgut-Songs wichtig sind. Da ist zum Beispiel die Sprache. Wenn ich vor Gott trete, dann so, wie ich eben bin. Deutsch ist meine (Mary) persönliche Muttersprache, mein Vokabular ist eher direkt, klar und wenig fromm. Ich merke, diesen Anspruch brauche ich für mich persönlich, wenn ich mit Gott spreche. Ich will versuchen, mich möglichst wenig hinter oft gesagten Sprüchen, zu oft gesungenen Phrasen, typischen Bibelworten oder einem Wortschatz, der schlicht nicht meinem Kontext entspricht, zu verstecken, solange ich nicht selbst bewusst diese Worte wähle, weil sie dann für mich bedeuten, was sie sagen.

Wir wünschen uns ebenfalls, dass die Lieder eingängig sind. Dass sie schnell Ohrwürmer werden können, die mich im Alltag begleiten und mir nachts einfallen. Dass ich sie mitsingen, brummen, trällern, klatschen kann, völlig egal, ob ich das Wort „musikalisch“ mit mir in Verbindung bringe oder nicht. Beten kann jeder.
Hierzu gehört auch, dass die Lieder von der CD gut gelernt und zu eigen gemacht werden können. Deshalb lieber zwei Schnörkel weniger und an der Melodie, die sich der Komponist gedacht hat, orientieren.

Am Ende ging es nun noch darum, mit der Liedgut-Reihe auch einen missionalen Sound zu kreieren. Das wiederum wird vielleicht die freieste Umsetzungskomponente sein. Wir wollen, dass diese gesungenen Gebete für unseren Kontext und unserer Art der Gottesbegegnung authentisch sind. Das wird jede kommende Liedgut-Crew für sich neu definieren dürfen. Denn die missionale Sehnsucht ist es, die uns bei Spark verbindet. Aber das hat die konsequente Folgerung, dass der Sound unterschiedlich sein muss, da wir mit unterschiedlichen Gottesbildern an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Freunden und Gegebenheiten mit offenen Augen eintauchen wollen in das, was Gott bereits tut. Und da sind die Klänge und Melodien so vielfältig wie wir.

Ein Stück mehr davon sehn ist No01. Und ja, es wird mehr geben. Die nächste Liedgutplatte ist bereits von den Heidelbergern in Vorbereitung. Wo No01 noch das Liedgut aus mehreren Gruppen von Spark zusammengetragen hat, freu ich mich mega darauf, nun in die Gebete von lokalen Gruppen mit einzutauchen und somit mein persönliches Lied mit Gott mit neuen Klängen zu verfeinern.

Und zu guter Letzt: Teilt mit uns eure Erfahrungen, Wünsche, Anregungen und Ideen für Liedgut. Denn da kommt noch mehr – und ihr seid Teil davon!

Von Mary Pentzek.

Jessica MartensComment